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Therapienetz 

Dystonie.Spastik 

 

Berlin-Brandenburg

Clayallee 177
14195 Berlin
 

 

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Systemisch - Medikamentös

Ist die Dystonie nicht nur fokal ausgeprägt sondern umfasst ein komplexeres Muster, kann eine systemische Therapie erwogen werden. Das bedeutet, dass das gegebene Medikament nicht nur an einem bestimmten Ort des Körpers, bspw. einer dystonen Hand beim Schreibkrampf, sondern im gesamten Körper wirkt.

 

Dabei stehen dem Neurologen mehrere Substanzklassen zur Auswahl, deren Einsatz auch aufgrund der Nebenwirkungen der Medikamente eng mit dem Patienten abgesprochen werden müssen.

 

Levodopa

Bestimmte Dystonie-Formen wie bspw. Das Segawa-Syndrom (DYT5) sind durch einen Mangel an Dopamin im Gehirn verursacht und sprechen auf die Gabe einer Dopamin-Vorstufe, dem Levodopa, an.

 

Levodopa wird im Gehirn zu Dopamin umgewandelt und entfaltet dort dann seine eigentliche Wirkung. Wenn eine sogenannte Levodopa-responsive Dystonie vorliegt, ist das Ansprechen der Beschwerden auf Levodopa in der Regel sehr gut, sodass ein entsprechender Therapieversuch in der Regel erfolgen sollte.

 

Zu den typischen Nebenwirkungen on Levodopa zählen Übelkeit, Benommenheit oder Blutdruckschwankungen.

 

Anticholinergika

Diese Medikamente werden sehr langsam eindosiert, um die Verträglichkeit zu verbessern, sodass kein unmittelbarer Wirkungseintritt erwartet werden kann.

 

Insbesondere bei jungen Patienten mit generalisierten Dystonien kann bei guter Verträglichkeit diese Substanzklasse eine gute Kontrolle der Dystonie hervorrufen, da junge Patienten diese Substanzen meist auch in höherer Dosis tolerieren.

 

Zu den typischen Nebenwirkungen der Anticholinergika zählen Benommenheit, Verschwommensehen, trockene Schleimhäute, Darmverstopfung oder Gedächtnisstörungen.

Bespiele: Trihexiphenidyl, Biperiden

 

Dopaminspeicherentleerer

Diese Substanzklasse führt zu einem Entleeren der Dopaminspeicher im Gehirn und kann darüber zu einem Nachlassen der Übererregung dauerhaft angespannter Muskeln führen. Auch diese Substanzen werden aus Verträglichkeitsgründen langsam eindosiert, sodass keine unmittelbarer Wirkungseintritt zu erwarten ist.

 

Zu den typischen Nebenwirkungen zählen eine Stimmungsbeeinträchtigung, was bedeutet, dass eine Depression eintreten kann. Besteht diese schon vor Behandlungsbeginn darf diese Substanzklasse nicht verabreicht werden.

 

Andere Nebenwirkungen können Benommenheit, Gedächtnisstörungen, Bewegungsverlangsamung wie bei der Parkinson-Erkrankung oder Magen-Darm-Beschwerden sein.

Beispiel: Tetrabenazin

 

weitere Substanzklassen

Weniger erfolgreich kommen dann in zweiter Linie Substanzen gegen epileptische Anfälle (Antiepileptika), das Muskelentspannungsmedikament Baclofen oder Benzodiazepine. Auch eine Kombination der Substanzen ist möglich.

 

Eine von Prof. David Marsden entwickelte Dreifachtherapie beinhaltet bspw. die Gabe von einem Anticholinergikum (Trihexiphenidyl), einem Dopaminspeicher-Entleerer (Tetrabenazin) und einem Benzodiazepin (Diazepam).